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sogenannte Globalisierung "
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Detlef Ouart Die Globalisierung ist dieser Tage in aller Munde. Leider treten inhaltliche Diskussionen durch die dramatischen Ereignisse in Rostock in den Hintergrund. Viele Vertreter der ausweitenden Überwachung sehen sich durch Steinewerfer bestätigt. Klar ist, dass die sog. Globalisierung den meisten Menschen mehr Nachteile als Vorteile bringt. Das liegt an den Ursachen die zur sog. Globalisierung führen. Positiv werden die zunehmenden internationalen Verflechtungen in allen Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Kommunikation gesehen. Vor allem aus ökonomischer Perspektive wird die Globalisierung häufig begrüßt. Es wird erwartet, dass durch mehr Handel die Armut weltweit bekämpft werden kann. Doch die Symptome zeigen das ganze Gegenteil. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weltweit immer weiter auseinander. Da ist es verständlich dagegen zu protestieren - friedlich, versteht sich. Finanzmärkte gelten dank moderner EDV als die Hauptbeschleuniger der Globalisierung. Milliardenbeträge können innerhalb von Sekunden über den Globus transferiert werden. Man steht im globalen Wettbewerb um möglichst profitable Anlagemöglichkeiten. Soziale Aspekte treten dabei in den Hintergrund. So richtet sich der Protest vieler Globalisierungskritiker gegen den Kapitalismus an sich und speziell gegen neoliberale Auswüchse. Neuliberalismus fordert eine Deregulierung und Liberalisierung der Wirtschaft durch eine Reduzierung von einschränkenden Gesetzen und Verordnungen. Ein freier Markt soll es richten das Renditen und Zinsen hoch genug ausfallen. Das solche Forderungen gerade in Zeiten höchster Produktivität aufkommen ist kein Zufall. Die sog. Globalisierung ist im Grunde eine logische Folge des Zinskapitalismus. Geld wird in unserem System nur gegen einen Mehrwert (Zins) verliehen. Dieses Geld muss erarbeitet werden. Da der Kapitalmarktzins immer positiv ist, ist beständiges Wirtschaftswachstum notwendig. Deshalb wird die Arbeitsproduktivität beständig erhöht. Fällt der zu erwartende Mehrwert (etwa bei 2,5 Prozent) zu gering aus, wird das Kapital liquide gehalten und nicht investiert. Das ist z. B. der Fall, wenn Märkte wie in Deutschland durch die hohe Produktivität weitestgehend gesättigt sind, anders gesagt, unsere Konsumtempel bereits voll Waren überquellen. Dann verlagern sich Investitionen z. B. nach China, da die zu erwartenden Renditen dort höher ausfallen. So gibt es die paradoxe Situation, dass in hochproduktiven Ländern wie Deutschland die Produktivität nicht ausreicht, weiter gesteigert werden muss und die Armut trotzdem zunimmt. Gewinner der Globalisierung sind Finanzinvestoren mit genügend Kapital. Die Mehrheit gehört zu den Verlierern. Der sich ausweitende weltweite Handel und die Forderungen nach Deregulierung und Liberalisierung der Wirtschaft sind nichts anderes als der Versuch, das Kapital zu Investitionen zu bewegen. Globalisierung bedeutet also, dass sich das Kapital global die besten Anlagemöglichkeiten aussucht. Doch Menschen sind keine bloßen Zahlen und weltweit transferierbar, sondern soziale Wesen und können sich nicht den Arbeitsplatz und Lebensmittelpunkt global aussuchen. Die immer weiter ausufernde heimatliche Entwurzelung vieler Menschen mit Völkerwanderungen und Jobnomadentum, wo Menschen ihrer Arbeit hinterherziehen, sind Auswüchse der Kapitalglobalisierung. Volkswirtschaften sind zur Expansion gezwungen. Auf lange Sicht sind Handelskriege und Konflikte um Rohstoffreserven vorprogrammiert. Rohstoffe sind begrenzt und lassen sich nicht wie Zinsen vernmehren. Bereits vor den beiden vergangenen Weltkriegen gab es eine Expansion des Welthandels, welcher damals positiv eingeschätzt wurde. Die längste Phase von 1870 bis 1913 führte zur Schaffung des Weltmarktes und zur Herausbildung von Großkonzernen. Unsere derzeitige Entwicklung geht wieder in diese Richtung. Die weltweite Rüstung läuft bereits auf vollen Touren. Doch wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken? Die sog.
Globalisierung lässt sich mit Protesten nicht verhindern. Und auch
Forderungen, dass sich Entwicklungsländer gleichberechtigt an der
Globalisierung beteiligen sollten, bringen keine Lösung. Die Hauptursache
liegt im Geldwesen begründet und kann daher nur dort beseitigt werden.
Wenn Kapital vor allem dort investiert wird, wo es die höchsten Renditen
erwarten kann und sich ansonsten vom Markt zurück zieht, muss man
dagegen Maßnahmen ergreifen. Anstatt das Kapital mit Zins- bzw.
Renditeversprechen zu locken, sollte man es im Gegenteil mit Entwertung
drohen. Kapital welches sich nicht der Wirtschaft zur Verfügung
stellt, sollte an Wert verlieren. Unser Geld ist als Tauschmittel
gedacht und nicht ein Mittel zur Spekulation! Dies kann man erreichen,
indem man eine Gebühr auf liquides Kapital erhebt - wie es von der
Freiwirtschaft bzw. Humanwirtschaft
verlangt wird. Sinkt der Kapitalmarktzins in einer gesättigten Wirtschaft
infolge dieser Liquiditätsgebühr gegen Null, bedarf es keiner
(globalen) Expansion des Kapitals und auch nicht der Wirtschaft. Das Symptom
Globalisierung verschwände dadurch von selbst. Der Weltfrieden wäre
gesichert! <zur Startseite
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