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gleich Schuldesschuld"
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Detlef Ouart Sie haben so etwas sicherlich schon mal im Fernsehen gesehen oder gar selbst erlebt: Es handelt sich um eine Verkaufsveranstaltung für überteuerte Reinigungsgeräte. Um den Entscheidungswillen der potentiellen Käufer zu stärken, werden klitzekleine Hausstaubmilben in zigfacher Vergrößerung an eine übergroße Leinwand projiziert. Derartig ins Gruseln versetzt kaufen viele ein Gerät. So in etwa laufen seit langem die Medienkampagnen zur angeblichen Überalterung der Gesellschaft. Die Horrorbotschaft ist klar: Wer heute jung ist, wird im Alter zwischen Armut, Kriminalität, Medizin-Schwarzmarkt und Sterbekliniken dahinvegetieren. So sollen Sie - lieber Leser - zur privaten Altersvorsorge verleitet werden Und auch die Schuldigen sind schnell ausgemacht: Es sind egoistische Singles, die einfach nicht die künftigen Jugend- und Langzeitarbeitslosen heranziehen wollen. Tatsächlich ist die Zahl der über 65-Jährigen in Deutschland von 1950 bis 2000 auf mehr als das Doppelte angestiegen. (1) Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt inflationsbereinigt immerhin auf etwa das Dreifache. (2) Weniger Arbeitskräfte können dank der gesteigerten Produktivität immer mehr Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen. Der zu verteilende Kuchen wird also Jahr für Jahr vergrößert. Wenn aber der Reichtum ständig zunimmt, warum gibt es dann immer weniger zu verteilen? In unserem Wirtschaftsystem wird Kapital für die Wirtschaft nur bereitgestellt, wenn damit eine ausreichende Rendite gesichert ist. Gibt es keinen Zins, wird nicht investiert! Ständig positive Zinsen brauchen jedoch gleichsam Schuldner die diese Zinsen erwirtschaften. Seine Schulden sollte natürlich jeder zurückbezahlen, doch gesamtwirtschaftlich müssen die Schulden stetig steigen. Das ist so, weil Zinseszinsen zwangläufig "Schuldesschuldner" benötigen! Und so hat sich nicht nur der Staat mit rund 1,5 Bill. Euro, sondern auch viele Unternehmen mit rund 3,3 Bill. Euro und auch Privatpersonen mit etwa 1,5 Bill. Euro auf insgesamt etwa 6,3 Bill. Euro verschuldet. (3) Diese Schulden zu bedienen braucht es stetiges Wirtschaftswachstum. Doch Zinseszinsen steigen expotential und versuchen Sie mal Ihre Leistung im Einhundertmetersprint expotential zu steigern. Wenn eine kapitalistische Wirtschaft aufgrund von Marktsättigung nicht mehr genügend wächst, dann muss rationalisiert, eingespart und entlassen werden. So bedarf es zwangsläufig immer mehr Arbeitslose, Leute im Vorruhestand, Rentner oder auch Arme die am Existenzminimum dahinvegetieren. Im Endeffekt sinken die realen Einkommen aus Arbeit und die daraus finanzierten Sozialleistungen. So geht es bei allen sog "Reformen", ob für Rente, Gesundheit, Arbeitslosenversicherung etc. immer nach dem gleichen Muster: Sie müssen immer mehr Leistung einbringen um später dennoch weniger herauszubekommen. Die Differenz geht für den Schuldendienst drauf, den der Staat über Steuern und Abgaben und die Unternehmen über ihre Preise einbringen müssen. Kein Wunder das diese Posten stetig steigen! Ein System mit eingebautem Verschuldungszwang kann nur zeitweilig funktionieren. Zinseszinsen die sich bspw. bei 5 Prozent nach 48 Jahren verzehnfachen machen zwar einige wenige reich, lässt aber die Allgemeinheit im Schulden-Arbeitsdienst versklaven. Und wer dabei nicht mithält landet in der Armut. Wir können alles dafür opfern: Renten, Sozialleistungen, Bildung, Kultur etc. Schlussendlich bekommen radikale Rattenfänger genügend Zulauf von hungernden und frustrierten Wählern um Scheinlösungen zu verwirklichen. Wer das Soziale opfert, braucht sich über den Erfolg radikaler Soziallisten - ob nationaler- oder internationaler Natur- nicht zu wundern. Die Lösung ist ein Null-Zins-Niveau indem Kapital auch ohne Renditeforderungen für Investitionen bereitgestellt wird - so wie es von der Freiwirtschaft gefordert wird. Dann braucht es weder Schuldesschuldner noch Leistungszwang. 1) http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/spezial/dossiers/volk_mit_falten/38963060318katastrophe/index.php <zur Startseite
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